Deutsche Titelkämpfe der Senioren II in Kevelaer

erstellt am 06.07.2010

Bronze für Ulla Hornbostel und Reintraut Rattay Eklat beim Kugelstoßwettbewerb M60

Am vergangenen Wochenende (2.-4.7.) fanden im Hülsparkstadion im niederrheinischen Kevelaer die Deutschen Seniorenmeisterschaften II (ab M/W 50) statt. Am Start waren 876 Teilnehmer aus 430 Vereinen, darunter auch Ulla Hornbostel, Reintraut Rattay und Werner Weber (alle LG Peiner Land) sowie Karl Cramm (SV Anker 06 Gadenstedt) .

 

Zum Auftakt nahm Karl Cramm in der Mittagshitze des ersten Wettkampftages bei tropischen Temperaturen um 42 Grad den Hochsprungwettbewerb der M75 auf. Trotz der äußerst schwierigen Bedingungen gelang dem gut vorbereiteten Gadenstedter eine Steigerung seines von ihm selbst gehaltenen Kreisrekordes auf 1,22m. Mit dem fünften Platz im Feld der acht Finalisten erzielte der NLV-Ranglistenerste eine gute Platzierung, zu Bronze fehlten lediglich 3cm. Anlass genug für den ehemaligen Turner seinen veralteten Sprungstil, wie er nach dem Wettkampf im Gespräch verriet, künftig auf Flop oder Straddle umzustellen.

 

Sehr erfolgreich verliefen diese nationalen Titelkämpfe für Ulla Hornbostel (LG). Am ersten Wettkampftag startete die Norddeutsche Meisterin im 800m Lauf der W50. Im Feld der acht Finalistinnen verbesserte Hornbostel ihren eigenen Kreisrekord auf 2:42,13min und belegte damit den vierten Rang hinter der überragenden Anette Koop von der LG Emstal Dörpen, die in 2:28,81min erneut Deutsche Meisterin wurde. Nach einem Regenerationstag, den die Neu-Fünfzigerin im benachbarten Holland verbrachte, ging die auf den Punkt vorbereitete erfolgreiche Peiner Mittelstrecklerin noch einmal an den Start. Im 1500m Lauf belegte sie nach einem taktisch klugen Rennen in 5:36,88min Platz Drei und erkämpfte sich, trotz einer Wadenmuskelverletzung, die erhoffte Bronzemedaille. Mit ihrer Zeit verbesserte sie auch den Kreisrekord über 1500m in der W50.

 

Vereinskameradin Reintraut Rattay (LG) hatte sich, trotz der Gluthitze, ein volles Programm vorgenommen. Im Zeitendlauf über 800m der W65 belegte die Jahnerin in 3:30,31min ebenso Rang Vier wie im 5000m Lauf, den sie in 25:05,56min absolvierte. Zum Abschluss erhielt die Deutsche Hallen- und Crossmeisterin dann doch noch ihre Medaille, nachdem sie als Dritte die Ziellinie im 1500m Lauf in 6:53,09min überquert hatte.

 

Großes Pech hatte der NLV-Meister Werner Weber (LG) im Kugelstoßwettbewerb der M60. Ziel war zunächst die Qualifikation für das Finale der besten Acht. Nach 12,03m im ersten Versuch gelang dem Jahner Kugelstoßer im zweiten Versuch eine Superweite. Die 5kg Kugel landete nahe an der 14m Marke und wurde vom Kampfrichter mit 13,85m gemessen. Diese Steigerung von Platz Acht auf Rang Eins im Vorkampf wurde von einigen Konkurrenten angezweifelt. Es gab Protest, Diskussionen, eine fast 30minütige Wettkampfunterbrechung. Der Schiedsrichter „Wurf" wurde hinzugezogen. Schließlich wurde willkürlich eine Weite von 12,61m festgelegt, die Weber zähneknirschend akzeptieren musste, um den Abbruch des Wettkampfes zu verhindern. Danach war für den Peiner Kugelstoßer „die Luft raus", eine Steigerung gelang in den weiteren drei Versuchen des Finales nicht mehr, es blieb am Ende bei einem enttäuschenden siebten Platz, die schon greifbare Bronzemedaille war weg.

 

Dennoch war die Bilanz der Peiner Seniorenleichtathleten bei diesen „heißen" nationalen Titelkämpfen mit zwei Bronzemedaillen und fünf Finalplätzen positiv.